Die Burgenstrasse e.V. 29. Januar 2012
Die Burgenstraße freut sich über ein neues Mitglied! Seit dem 1. Januar 2012 schließt Öhringen die Lücke zwischen Weinsberg und Neuenstein und bereichert die Burgenstraße um ein weiteres attraktives Ziel. Die Stadt liegt eingebettet in die schöne Landschaft Hohenlohes, deren Bezeichnung auf das Geschlecht derer von Hohenlohe zurück geht, die auch in Öhringen eine wichtige Rolle gespielt haben.
Anja Hettenbach, Mitarbeiterin in der Tourist-Information Öhringen: “Öhringen ist Teil der Burgenstraße, da die “heimliche Hauptstadt Hohenlohes” mit ihrem ehemaligen Residenzschloss und dem historischen Hofgarten ein schönes Eingangsportal ins Hohenloher Land, dem ´Land der Burgen und Schlösser´ bietet.”

Das Kornhaus am Öhringer Marktplatz
Die ältesten Ursprünge Öhringens reichen bis in die Steinzeit zurück. Geschichtlich bedeutsam wurde die Stadt erstmals unter den Römern, bei denen sie als “Vicus Aurelianus”, benannt nach dem damaligen Kaiser Marcus Aurelius, durch ihre Lage eine große wirtschaftliche und militärische Bedeutung erlangte. Der Limes, ein fünf Meter hoher Grenzwall, schützte die römische und einheimische Bevölkerung vor den von Osten andrängenden Germanen. Das heutige Weltkulturerbe kann noch heute nahe Öhringen auf knapp 300 Metern begangen werden. Als jedoch um 260 nach Christus die Alamannen in die Region eindrangen, zerfiel das römische Öhringen.
Erst 800 Jahre später taucht die Stadt als Oringowe wieder aus der Geschichte auf. 1037 entstand mit der Gründung eines Öhringer Chorherrenstifts ein erstes geistliches Zentrum. Dessen Gründungsurkunde ist die älteste, die bisher überhaupt über Öhringen gefunden wurde und wird noch heute im Hohenlohe Zentralarchive in Neuenstein, ebenfalls Mitglied der Burgenstraße, aufbewahrt.
Gute 200 Jahre später erregte ein Streit zwischen den Herren von Hohenlohe und Weinsberg über die Vogtei des Stifts große Aufmerksamkeit. In der Urkunde des “Öhringer Weistum” wurde 1253 der Schiedsspruch niedergeschrieben, in dem Öhringen als Stadt bezeichnet wird. Einen Beleg für die offizielle Erhebung Öhringens als Stadt gibt es nicht, jedoch wurden im “Öhringer Weistum” die geistlichen und weltlichen Rechte der Stadt neu geregelt. Die Urkunde gilt derzeit als eine der ältesten in deutscher Sprache.
Das Geschlecht derer von Hohenlohe übte vom 13. bis ins 19. Jahrhundert großen Einfluss auf die Entwicklung Öhringens aus. Die spätere Fürstenfamilie erhob die Stadt im 17. Jahrhundert zur Residenz. Auch in baulicher Hinsicht wurden damals zahlreiche Marksteine gesetzt, die bis heute das Stadtbild prägen.

Das Öhringer Schloss
Das Öhringer Schloss – Residenz der Familie von Hohenlohe
Öhringer Schloss wurde 1611 nach Plänen des gräflich hohenlohischen Baumeisters Georg Kern im Renaissance-Stil erbaut und diente ursprünglich als Witwensitz der Gräfin Magdalena von Hohenlohe. Im Laufe der Geschichte wurde es durch das Haus Hohenlohe zum Fürstensitz und zur Residenz erhoben.
Die historischen Repräsentationsräume Blauer und Weißer Saal, das von Hofmaler Schillinger gestaltete Landschaftszimmer und der riesige Gewölbekeller sind, trotz Umbau des Schlosses zum Sitz der Stadtverwaltung, erhalten geblieben und dienen heute als stimmungsvolle Räumlichkeiten für Konzerte und Veranstaltungen. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind während der Dienstzeiten gerne bereit, interessierten Besuchern einen kurzen Blick in die Säle des Schlosses zu gewähren, sofern diese nicht wegen einer Besprechung oder Tagung belegt sind. Besucher können sich einfach an der Information im Schloss melden.
Eine große Freitreppe führt vom Schlosshof in den malerischen Hofgarten, der mit seinem Jahrhunderte alten Baumbestand, Wasserlauf, Tiergehege und ehemaligem Hoftheater mit Orangerie eine wunderschöne grüne Oase mitten in der Stadt bildet. Wurde er einst als barocker Schlossgarten angelegt, so ist er heute eher ein Landschaftspark, der einen wunderschönen Rahmen für vielfältige Feste bietet. Bis ins Jahr 2016 wird der Hofgarten behutsam weiterentwickelt, um dann als Teil der Öhringer Landesgartenschau unter dem Motto „Der Limes blüht auf“ viele Besucher und Gäste anzulocken.

Das Schloss und die Stiftskirche von Öhringen
Noch mehr Sehenswürdigkeiten
Markant überragen die beiden Türme der spätgotischen Stiftskirche den mittelalterlichen Stadtkern, deren Bau auf das von Kaisermutter Adelheid im Jahr 1037 gegründete Chorherrenstift zurückgeht. In der Krypta der Kirche steht der Sarkophag der Stifterin.
Das Obere Tor wurde im Jahre 1792 unter Fürst Ludwig Friedrich Karl zu Hohenlohe-Neuenstein-Öhringen durch Johann Wilhelm Glenck und Johann Georg Glenck erbaut. Das im klassizistischen Stil gehaltene Tor wurde an jener Stelle errichtet, an welcher einst ein sogenannter Obertorturm aus der Stauferzeit gestanden hatte.
Erbaut wurde das Alte Rathaus im Jahre 1504 am Standort des abgebrannten früheren Rathauses, das Graf Kraft VI. von Hohenlohe im Jahre 1496 der Bürgerschaft übergeben hatte. Das stadtbildprägende Gebäude beherbergt seit dem Jahr 1994 die Stadtbücherei der Stadt Öhringen und ist ein kulturell bedeutsamer Anlaufpunkt für Gäste und Besucher aus der gesamten Region.
Die Öhringer Museen
Öhringen hat dem Besucher auch einige Museen anzubieten, die ganz unterschiedliche Themen näher beleuchten. Das Weygang-Museum geht auf den Öhringer Bürger August Weygang (1859 – 1946) zurück, der sein gesamtes Vermögen in Gestalt der “August-und-Thekla-Weygang-Stiftung” der Stadt vermachte, unter der Bedingung, dass in seinem Haus “für alle Zeiten” ein Museum eingerichtet würde. Heute werden dort eine bedeutende Zinn- und Fayencesammlung sowie die Römerfunde aus Öhringen präsentiert. August Weygang war Zinngießer, dessen Handwerksbetrieb zu einem der bedeutendsten der Branche wurde. Daher ist dem Museum eine Zinngießerwerkstatt angeschlossen, die unter anderem Platz für besondere Aktionen ist wie beispielsweise das traditionelle Hasengießen vor Ostern. Kinder können ihre eigene Figur gießen, bearbeiten und dann natürlich mit nach Hause nehmen.
Das Turm-Museum befindet sich auf dem Blasturm der Stiftskirche und war gleichzeitig städtischer Wachturm wie auch Kirchturm. Der Lebens- und Arbeitsplatz des Öhringer Türmers sowie die frühere Nutzung wird den Besuchern auf lebendige Weise dargestellt.
Die Werkstatt Pflaumer war früher eine Schlosserei und später Schleiferei und Messerschmiede. Drei Generationen pflegten die alten Überlieferungen und bewahrten alles nur denkbare Brauchbare auf, so dass der Besucher des Museums Werkstatt Pflaumer heute Einblicke in ein altes Handwerk mit seinen Traditionen und Veränderungen erhalten kann. Die Einrichtung der Werkstatt blieb über Generationen hinweg fast unverändert, was das Filmteam des ARD-Spielfilms “Carl und Bertha Benz” dazu veranlasste dort die Szenen der ersten Wirkungsstätte des Automobilerfinders zu drehen.
Das Auto- und Motorradmuseum und angeschlossene Museum für modernes Glas geht aus der Sammelleidenschaft des Gründers Paul Heyd hervor. Gezeigt werden hauptsächlich Autos und Motorräder der 50er und 60er Jahre. Daneben wird Glaskunst der Jahre 1950 bis 2000 ausgestellt.
Im Meeresmuseum werden die schönsten Muschel- und Schneckenarten aus allen Weltmeeren, darunter viele seltene Stücke wie Tiefwasserformen aus bis zu 4200 Metern Tiefe gezeigt. Die private Sammlung von Kurt Kreipl umfasst derzeit mehr als 36.000 Stücke, von denen ca. 1.800 im Museum zu sehen sind.

Das Öhringer Weindorf
Veranstaltungen im Jahresreigen
Jeweils am dritten Montag im Februar strömen jährlich Tausende von Besuchern auf den traditionellen Öhringer Pferdemarkt. Der Markt findet bereits seit 1823 regelmäßig statt und verbindet auf anschauliche Weise alte Traditionen mit zeitgemäßer und innovativer Landtechnik. Inmitten der malerischen Kulisse des Öhringer Marktplatzes und Schlosshofes kredenzen regionale Weingärtnergenossenschaften und private Weingüter während des Hohenloher Weindorfes ihre edlen Tropfen. Zudem locken in jedem Jahr ein attraktives musikalisches Rahmenprogramm sowie kulinarische Schmankerl viele Weinfreunde in die Stadt.
Einen Abend lang geht es in Öhringen um „die Bretter, die die Welt bedeuten“: Zur Langen Nacht der Kultur präsentieren Theatergruppen aus der Region Auszüge aus ihrem Programm. Zusammen mit Musik und Lichtilluminationen machen sie Öhringen für eine Nacht zu einer großen Theaterbühne. Vorhang auf! Ein bezauberndes Wintermärchen erleben die Besucher in der Vorweihnachtszeit in Öhringen. Vor der romantischen Kulisse von Schloss und Stiftskirche laden auf dem Marktplatz und in den verwinkelten Gassen Kunsthandwerker der Region zum Bummel über den Weihnachtsmarkt ein.
Öhringen mit Führungen entdecken
Besucher Öhringens erhalten in der Tourist-Information das kostenlose Faltblatt “historischer Stadtführer“. Damit kann man – ähnlich dem Weg einer Stadtführung – die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in einem Rundgang besuchen. Es gibt auch an ein paar Terminen im Jahr öffentliche Stadtführungen – bitte fragen Sie dazu auch in der Tourist-Information nach.
Für Gruppen hat Öhringen einige Führungen anzubieten, bei denen die Besucher allerhand über die Große Kreisstadt erfahren können. Die allgemeine Stadtführung nimmt sie mit auf einen Rundgang durch den historischen Stadtkern Öhringens und zeigt neben den bekannten Sehenswürdigkeiten auch verborgene Winkel und Ecken. “Langeweile tschüss und ade!” heißt es bei den Spielstadtführungen durch Öhringen, die für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren das Richtige sind. Die Umgebung Öhringens können Besucher beispielsweise bei den Führungen am UNESCO-Welterbe Limes oder, wer sich lieber von der hügeligen Weinlandschaft verzaubern lassen möchte, bei den Wein-Erlebnisführungen entdecken. Sowohl für Kinder als auch Erwachsene bieten sich auch die natur- und heimatkundlichen Führungen mit einer erfahrenen Naturparkführerin an. Wer lieber alleine unterwegs ist, für den ist die AudioTour durch den Schwäbischen Wald – “Abhören erlaubt!” – eine gute Wahl. Mit dem Handy können zahlreiche Audiodateien über Sehenswürdigkeiten angewählt werden.
Mehr Informationen über Öhringen erhalten Sie bei der Tourist-Information am Marktplatz 15, per Telefon 0 79 41/ 68-118, per Email unter tourist@oehringen.de oder im Internet unter www.oehringen.de. Natürlich findet sich Öhringen auch bereits auf der Internetseite der Burgenstraße und im Burgenstraßen-Katalog 2012!
Die Burgenstraße freut sich, dass Öhringen neues Mitglied unserer Ferienstraße ist
und lädt alle Besucher der Route ein, diese schöne Stadt in Hohenlohe näher kennenzulernen.
Tags: Führungen, Hofgarten, Hohenlohe, Hohenloher Weindorf, Lange Nacht der Kultur, Öhringen, Stiftskirche Öhringen, Veranstaltungen, Weygang-Museum