Archiv für die Kategorie 'Jubiläen'

Mal uni, mal bunt – tausende Eier schmücken derzeit die Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz

16. März 2013

Etwa 80 laufende Meter Girlandenschmuck, rund 2000 handbemalte Eierschalen, verziert in zahllosen Stunden Handarbeit, mehrere Tage Schmücken des Brunnens, viele helfende Hände – das braucht es alles für einen durchschnittlichen Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz.

Der Osterbrunnen in Gößweinstein

Der Osterbrunnen in Gößweinstein

Der Brauch Osterbrunnen zu schmücken stammt aus der Fränkischen Schweiz und hat sich seit den 1980er Jahren auch weit über die Region hinaus verbreitet. Theorien zur Herkunft gibt es viele. Die am häufigsten genannte führt den Brauch auf die Wasserarmut auf der Hochebene der Fränkischen Schweiz zurück. Das fränkische Jura besteht aus wasserdurchlässigem Dolomit- und Kalkstein, die natürlichen Quellen liegen am Grund der tiefen Täler. Das frische Wasser musste mühsam in die Bergdörfer geschafft werden. Mancherorts wurden Brunnen mit bis zu hundert Meter tiefen Stollen gebaut, die mit aufwändig gemauerten Brunnenhäusern geschützt wurden, wie es beispielsweise auf Schloss Greifenstein oder der Burg Pottenstein der Fall ist. Auch das gemeinschaftliche Reinigen der Brunnen im Frühjahr mag in dieser wasserarmen Region eine besondere Bedeutung gehabt haben.

„100 Jahre Osterbrunnen“ feiert die Fränkische Schweiz in diesem Jahr! 1913 wurde in Engelhardsberg, einem Ortsteil von Wiesenttal, zum ersten Mal im 20. Jahrhundert ein Osterbrunnen geschmückt. Anlass war der Bau einer Wasserleitung hinauf in das Dorf. Ein Grund zum Feiern, da man sich von nun an das mühsame Wasserholen sparen konnte. Wurde zuvor nur die Quelle im Tal geschmückt, waren es nun die an die Wasserleitung angeschlossenen Brunnen, die mit vielen bunten Bändern, den „Pensala“ geschmückt wurden. Von hier aus verbreitete sich das Schmücken von Brunnen in der gesamten Region. Da dies meist um die Osterzeit geschah, kamen fast überall Ostereier dazu.

Das Schmücken der Brunnen folgt einem festen Ablauf. Zunächst wird die Brunnenanlage vom Dreck des Winters und des vergangenen Jahres befreit. Dieses sogenannte „Brunnen fegen“ wurde früher von den jungen Burschen erledigt, heute sind es entweder die den Brunnen schmückenden Frauen oder deren Ehemänner. Danach erfolgt das eigentliche Brunnen schmücken. Der Volksmund spricht hier vom „Brunnen putzen“. Dafür werden aus Fichtenzweigen gebundene Girlanden mit einfarbigen oder kunstvoll bemalten Eierschalen sowie den „Pensala“ genannten bunten Papierbändern verziert. Die Girlanden werden zuvor um die Brunnen gebunden oder mithilfe von Gerüsten zu kunstvollen Formen geflochten. In einigen Orten ziert zudem echter Blumenschmuck die Osterbrunnen. Traditionell werden die meisten Osterbrunnen an Karfreitag aufgestellt. Zwei der berühmtesten Brunnen, die von Heiligenstadt und von Bieberbach, werden in der Woche vor Ostern geschmückt und man kann tagsüber zuschauen, wie viel Mühe dahinter steckt.

Ins Guinnessbuch der Rekorde hat es der Osterbrunnen von Bieberbach, einem Ortsteil von Egloffstein, geschafft. Mit sage und schreibe 11.108 handbemalten Eierschalen gilt er als der größte Osterbrunnen der Welt. Beachtenswert für ein kleines, unscheinbares Dorf auf der Jurahöhe! Der Brunnen ist jedes Jahr von Palmsonntag bis zwei bis drei Wochen nach Ostern, abhängig vom Wetter, geschmückt.

Eine Liste der geschmückten Osterbrunnen erhalten Sie auf der Internetseite der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz, wo Sie auch weitere Informationen zu Veranstaltungen und Reisetipps zur Osterzeit erhalten.

Frankens große Ausstellungen 2012

3. Januar 2012

Was haben Gespenster, Karawanen, Festungen, Albrecht Dürer und ein Kaiserdom miteinander zu tun? Richtig, sie sind jeweils Thema in den vielen großen Ausstellungen, die dieses Jahr auf dem fränkischen Teil der Burgenstraße den Besuchern andere Zeiten und Kulturen nahe bringen.

Mehr als 130 Gemälde, Zeichnungen und Grafiken zeigt das Neue Museum Nürnberg in seiner Winterausstellung „Gespenster, Magie und Zauber“ bis zum 26. Februar 2012. Die Werke stammen von über 40 Künstlern aus der Zeit seit dem späten 18. Jahrhundert. Die Aufklärung hatte Geister, Hexen, Zauberwesen und magische Erscheinungen damals ins Reich des Irrationalen verbannt, in der Kunst fand die Beschäftigung damit ein umso willkommeneres Ventil und provozierte geradezu eine fantasievolle, zugleich sinnliche wie übersinnliche Bilderfülle. Mit exemplarischen Positionen spannt die Ausstellung einen Bogen von Johann Heinrich Füssli über den „Hexenmeister“ Faust und den Spiritismus des 19. Jahrhunderts bei Gabriel von Max bis zur Gegenwart mit Joseph Beuys, Sigmar Polke, Arnulf Rainer und anderen Protagonisten.

Bis aus Indien, China und Südostasien gelangten exotische Gewürze, Seide und Porzellan über uralte Handelsrouten an die Küsten des östlichen Mittelmeers und damit nach Europa: Die „Seidenstraße“ oder die „Weihrauchstraße“ wecken noch heute Fernweh und Vorstellungen von großartigen Kulturschätzen, und die Kamelkarawanen waren nicht weniger als die Wegbereiter des globalen Wirtschaftsaustauschs. Im Nürnberger DB-Museum schlägt jetzt bis 29. April 2012 eine Sonderausstellung eine Brücke von der Jahrhunderte langen Tradition der „Wüstenschiffe“ über die Bahnlegenden wie den „Orient-Express“ und die Bagdad-Bahn bis zu den Warenströmen und Verkehrsmitteln der Gegenwart. In der in Zusammenarbeit mit dem Verein Arabisches Museum Nürnberg entstandenen Schau “Karawanen” entführen große Exponate wie ein Beduinenzelt, viele Bilder und Karten, Musik und Kalligrafie in die Welt von 1.001 Nacht und stellen sie der Transporttechnik des 20. und 21. Jahrhunderts gegenüber.

Dürer Haller Madonna

Albrecht Dürers sogenannte "Haller Madonna"

2012 steht Nürnberg ganz im Zeichen Albrecht Dürers. Damit widmet sich Nürnberg nicht nur einem der berühmtesten Söhne der Stadt, sondern auch einem der bedeutendsten Maler Deutschlands. Dreh- und Angelpunkt ist dabei das Germanische Nationalmuseum (GNM) mit der Ausstellung „Der frühe Dürer“, die vom 24. Mai bis 2. September 2012 läuft. Mit rund 200 Originalwerken Dürers – darunter das Porträt von Dürers Mutter als ältestem bekannten Dürer-Gemälde – ist sie die größte Dürer-Ausstellung seit 40 Jahren in Deutschland. Sie schafft ganz neue Zugänge zu diesem Künstler – unter anderem durch das „Dürer-Labor“, das einen Einblick in die Arbeitsweise von Kunsthistorikern gewährt.

Doch Dürers Vermächtnis ist auch außerhalb des GNM deutlich spürbar. Das merkt man, wenn man etwa auf dem „Dürer-Weg“ in die Fußstapfen des Meisters tritt. Er beginnt am GNM und führt quer durch die Nürnberger Altstadt bis zum Albrecht-Dürer-Haus in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kaiserburg. Ausgerüstet mit einem Mini-Computer erschließt sich in Bild und Ton, wie Dürer mit der Stadt, ihrer Architektur, ihrer Kunst und ihrer Geschichte verbunden ist. Wer am Dürer-Haus angekommen ist, sollte sich einen Besuch nicht entgehen lassen. Das Haus, in dem die Dürers von 1509 an lebten, wurde inhaltlich neu konzeptioniert: Unter anderem präsentiert eine neue Medienstation 43 ausgewählte Werke aus Dürers 43 Schaffensjahren und der neue Dürersaal zeigt die wichtigsten Gemälde Dürers in historischen Kopien.

Im Nürnberger „Jahr der Kunst“ steht aber noch ein weiterer Höhepunkt an: der 350. Geburtstag der Nürnberger Akademie der Bildenden Künste und damit der ältesten Kunstakademie Deutschlands. Dieses Jubiläum wird mit besonderen Ausstellungen im Stadtmuseum Fembohaus und im Neuen Museum gefeiert. Auch der Kunstwettbewerb der „Blauen Nacht“, Nürnbergs beliebter Nacht der Kunst und Kultur mit ihren eindrucksvollen Lichtinstallationen am 19. Mai 2012, ist in diesem Jahr ganz den Studenten der Akademie vorbehalten.

Festung Rosenberg

Die Festung Rosenberg in Kronach (Foto: Hajo Dietz)

In Bamberg führt ein großes Jubiläum 1.000 Jahre zu einem bedeutenden Tag für die UNESCO-Welterbestadt zurück: Am 6. Mai des Jahres 1012 und damit an seinem Geburtstag lässt König Heinrich II., späterer deutscher Kaiser, in einer großartigen Zeremonie den Bamberger Dom weihen. Auch 1.000 Jahre später ist er mit seinen vier über 70 Meter hohen Türmen noch das Wahrzeichen der Stadt. Kunstschätze wie die Figur des „Bamberger Reiters“, das Doppelgrab des heilig gesprochenen Ehepaars Heinrich und Kunigunde und das einzige erhaltene Papstgrab nördlich der Alpen machen ihn zu einem wichtigen Bestandteil des Weltkulturerbes. Die ganze Geschichte des Bauwerks zeigt vom 4. Mai bis 31. Oktober 2012 die Sonderausstellung „Dem Himmel entgegen – 1000 Jahre Kaiserdom Bamberg 1012-2012“ im Diözesanmuseum. Sie schlägt nicht nur einen interaktiven Bogen von der Baugeschichte des Doms zu seiner sakralen Bedeutung, sondern ermöglicht auch den Zugang zu sonst nicht öffentlichen Orten im Dom. Viele Feste, Führungen und Aktionen machen den Dom das ganze Jahr über zum Jubiläumsort. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist das Heinrichsfest vom 6. bis 8. Juli 2012.

Frankens Burgen rücken 2012 zudem besonders in den Mittelpunkt – dank der Bayernausstellung „Frankens Bollwerke“ auf der Festung Rosenberg in Kronach. Vom 16. Mai bis 21. Oktober 2012 erwecken mit dieser Ausstellung das Haus der Bayerischen Geschichte und die Stadt Kronach ein Stück wehrhafter fränkischer Geschichte zum Leben. Als einer der am besten erhaltenen Festungsanlagen in Deutschland ist die Festung Rosenberg der ideale Rahmen für die Ausstellung, die unter anderem mit vielen Aktivstationen sowohl Kriegszeiten und Belagerungen als auch den Alltag der Soldaten, der Handwerker und ihrer Familien thematisiert.

Auf einen Blick: Die Jubiläen an der Burgenstraße

21. April 2011

Bayreuth

200. Geburtstag des weltberühmten Musikers Franz Liszt

 

Coburg

150. Todestag von Prinz Albert

  • verschiedene Ausstellungen von September 2011 bis Anfang 2012
  • Sonderführungen
  • Musikabende

150. Geburtstag von Ferdinand von Sachsen-Coburg und Gotha sowie Zar von Bulgarien

150 Jahre Deutscher Schützenbund

20 Jahre Sambafestival vom 8. bis 10. Juli

 

Heidelberg

625 Jahre Universität Heidelberg

  • Sonderführung “Die Universität Heidelberg – Magister, Philister und Scholaren” der Heidelberg Marketing GmbH
  • Ausstellung “625 Jahre Forschung und Lehre an der Ruperto Carola” vom 20. April bis 4. Dezember
  • Festwoche 25. Juni bis 2. Juli

 

Mannheim

125 Jahre Automobil

  • Welturaufführung der “autosymphonic” am 10. September
  • Lesung: Angela Elis liest aus ihrem Buch über Bertha Benz „Mein Traum ist länger als die Nacht“ am 17. Mai
  • Ausstellung “Innovative Konzepte für die Zukunft”  im Mannheimer Mercedes Benz Werk am 21. Mai (10:00 Uhr)
  • Buch “Tatort” Mannheim – Wie das Automobil entstand

 

Rothenburg

100 Jahre Schäfertanz – Festwochenende am 2./3. Juli

700 Jahre St. Jakobs Kirche

 

Seßlach

650 Jahre Heilgersdorf – Jubiläumsveranstaltung am 5. Juni