Archiv für das Tag 'Akademie der Bildenden Künste'

Frankens große Ausstellungen 2012

3. Januar 2012

Was haben Gespenster, Karawanen, Festungen, Albrecht Dürer und ein Kaiserdom miteinander zu tun? Richtig, sie sind jeweils Thema in den vielen großen Ausstellungen, die dieses Jahr auf dem fränkischen Teil der Burgenstraße den Besuchern andere Zeiten und Kulturen nahe bringen.

Mehr als 130 Gemälde, Zeichnungen und Grafiken zeigt das Neue Museum Nürnberg in seiner Winterausstellung „Gespenster, Magie und Zauber“ bis zum 26. Februar 2012. Die Werke stammen von über 40 Künstlern aus der Zeit seit dem späten 18. Jahrhundert. Die Aufklärung hatte Geister, Hexen, Zauberwesen und magische Erscheinungen damals ins Reich des Irrationalen verbannt, in der Kunst fand die Beschäftigung damit ein umso willkommeneres Ventil und provozierte geradezu eine fantasievolle, zugleich sinnliche wie übersinnliche Bilderfülle. Mit exemplarischen Positionen spannt die Ausstellung einen Bogen von Johann Heinrich Füssli über den „Hexenmeister“ Faust und den Spiritismus des 19. Jahrhunderts bei Gabriel von Max bis zur Gegenwart mit Joseph Beuys, Sigmar Polke, Arnulf Rainer und anderen Protagonisten.

Bis aus Indien, China und Südostasien gelangten exotische Gewürze, Seide und Porzellan über uralte Handelsrouten an die Küsten des östlichen Mittelmeers und damit nach Europa: Die „Seidenstraße“ oder die „Weihrauchstraße“ wecken noch heute Fernweh und Vorstellungen von großartigen Kulturschätzen, und die Kamelkarawanen waren nicht weniger als die Wegbereiter des globalen Wirtschaftsaustauschs. Im Nürnberger DB-Museum schlägt jetzt bis 29. April 2012 eine Sonderausstellung eine Brücke von der Jahrhunderte langen Tradition der „Wüstenschiffe“ über die Bahnlegenden wie den „Orient-Express“ und die Bagdad-Bahn bis zu den Warenströmen und Verkehrsmitteln der Gegenwart. In der in Zusammenarbeit mit dem Verein Arabisches Museum Nürnberg entstandenen Schau “Karawanen” entführen große Exponate wie ein Beduinenzelt, viele Bilder und Karten, Musik und Kalligrafie in die Welt von 1.001 Nacht und stellen sie der Transporttechnik des 20. und 21. Jahrhunderts gegenüber.

Dürer Haller Madonna

Albrecht Dürers sogenannte "Haller Madonna"

2012 steht Nürnberg ganz im Zeichen Albrecht Dürers. Damit widmet sich Nürnberg nicht nur einem der berühmtesten Söhne der Stadt, sondern auch einem der bedeutendsten Maler Deutschlands. Dreh- und Angelpunkt ist dabei das Germanische Nationalmuseum (GNM) mit der Ausstellung „Der frühe Dürer“, die vom 24. Mai bis 2. September 2012 läuft. Mit rund 200 Originalwerken Dürers – darunter das Porträt von Dürers Mutter als ältestem bekannten Dürer-Gemälde – ist sie die größte Dürer-Ausstellung seit 40 Jahren in Deutschland. Sie schafft ganz neue Zugänge zu diesem Künstler – unter anderem durch das „Dürer-Labor“, das einen Einblick in die Arbeitsweise von Kunsthistorikern gewährt.

Doch Dürers Vermächtnis ist auch außerhalb des GNM deutlich spürbar. Das merkt man, wenn man etwa auf dem „Dürer-Weg“ in die Fußstapfen des Meisters tritt. Er beginnt am GNM und führt quer durch die Nürnberger Altstadt bis zum Albrecht-Dürer-Haus in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kaiserburg. Ausgerüstet mit einem Mini-Computer erschließt sich in Bild und Ton, wie Dürer mit der Stadt, ihrer Architektur, ihrer Kunst und ihrer Geschichte verbunden ist. Wer am Dürer-Haus angekommen ist, sollte sich einen Besuch nicht entgehen lassen. Das Haus, in dem die Dürers von 1509 an lebten, wurde inhaltlich neu konzeptioniert: Unter anderem präsentiert eine neue Medienstation 43 ausgewählte Werke aus Dürers 43 Schaffensjahren und der neue Dürersaal zeigt die wichtigsten Gemälde Dürers in historischen Kopien.

Im Nürnberger „Jahr der Kunst“ steht aber noch ein weiterer Höhepunkt an: der 350. Geburtstag der Nürnberger Akademie der Bildenden Künste und damit der ältesten Kunstakademie Deutschlands. Dieses Jubiläum wird mit besonderen Ausstellungen im Stadtmuseum Fembohaus und im Neuen Museum gefeiert. Auch der Kunstwettbewerb der „Blauen Nacht“, Nürnbergs beliebter Nacht der Kunst und Kultur mit ihren eindrucksvollen Lichtinstallationen am 19. Mai 2012, ist in diesem Jahr ganz den Studenten der Akademie vorbehalten.

Festung Rosenberg

Die Festung Rosenberg in Kronach (Foto: Hajo Dietz)

In Bamberg führt ein großes Jubiläum 1.000 Jahre zu einem bedeutenden Tag für die UNESCO-Welterbestadt zurück: Am 6. Mai des Jahres 1012 und damit an seinem Geburtstag lässt König Heinrich II., späterer deutscher Kaiser, in einer großartigen Zeremonie den Bamberger Dom weihen. Auch 1.000 Jahre später ist er mit seinen vier über 70 Meter hohen Türmen noch das Wahrzeichen der Stadt. Kunstschätze wie die Figur des „Bamberger Reiters“, das Doppelgrab des heilig gesprochenen Ehepaars Heinrich und Kunigunde und das einzige erhaltene Papstgrab nördlich der Alpen machen ihn zu einem wichtigen Bestandteil des Weltkulturerbes. Die ganze Geschichte des Bauwerks zeigt vom 4. Mai bis 31. Oktober 2012 die Sonderausstellung „Dem Himmel entgegen – 1000 Jahre Kaiserdom Bamberg 1012-2012“ im Diözesanmuseum. Sie schlägt nicht nur einen interaktiven Bogen von der Baugeschichte des Doms zu seiner sakralen Bedeutung, sondern ermöglicht auch den Zugang zu sonst nicht öffentlichen Orten im Dom. Viele Feste, Führungen und Aktionen machen den Dom das ganze Jahr über zum Jubiläumsort. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist das Heinrichsfest vom 6. bis 8. Juli 2012.

Frankens Burgen rücken 2012 zudem besonders in den Mittelpunkt – dank der Bayernausstellung „Frankens Bollwerke“ auf der Festung Rosenberg in Kronach. Vom 16. Mai bis 21. Oktober 2012 erwecken mit dieser Ausstellung das Haus der Bayerischen Geschichte und die Stadt Kronach ein Stück wehrhafter fränkischer Geschichte zum Leben. Als einer der am besten erhaltenen Festungsanlagen in Deutschland ist die Festung Rosenberg der ideale Rahmen für die Ausstellung, die unter anderem mit vielen Aktivstationen sowohl Kriegszeiten und Belagerungen als auch den Alltag der Soldaten, der Handwerker und ihrer Familien thematisiert.