Archiv für das Tag 'Ansbach'

Tag des offenen Denkmals 2011

9. September 2011

Am kommenden Sonntag, dem 11. September findet bundesweit der Tag des offenen Denkmals statt. Historische Gebäude und Orte, die sonst nicht oder nur teilweise der Öffentlichkeit zugänglich sind, öffnen an diesem Tag ihre Türen und laden mit zahlreichen Aktionen dazu ein, unser kulturelles Erbe zu verstehen und zu bewahren.

Ein Rückblick in die Geschichte des Tags des offenen Denkmals

Die Veste Heldburg in Bad Colberg-Heldburg

1984 rief Jack Lang in Frankreich die “Journées Portes ouvertes monuments historiques” ins Leben. Wegen der guten Resonanz folgten bald auch andere Länder, 1991 griff dann der Europarat die Idee auf und rief offiziell die European Heritage Days aus. Der erste bundesweite Tag des offenen Denkmals, koordiniert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, fand 1993 mit etwa 2 Millionen Besuchern statt. In 21 europäischen Ländern sind es damals insgesamt 10 Millionen Besucher. In den folgenden Jahren geht die Erfolgsgeschichte dieser Idee weiter – 2010 beteiligen sich alle 49 Länder der europäischen Kulturkonvention an den European Heritage Days. In Deutschland nehmen über 2.600 Kommunen mit mehr als 7.500 Denkmalen teil. Bundesweit sind rund 4,5 Millionen Besucher am 12. September zum Tag des offenen Denkmals unterwegs.

Romantik, Realismus, Revolution – Das 19. Jahrhundert

Seit 1999 stand der Denkmaltag erstmals unter einem Motto. Ziel der Schwerpunktthemen ist es, den regionalen und lokalen Veranstaltern immer wieder neue Impulse und Anregungen für den Tag des offenen Denkmals zu geben. Rund die Hälfte aller Veranstaltungen 2011 steht unter dem diesjährigen Motto “Romantik, Realismus, Revolution – Das 19. Jahrhundert”. Damit widmet sich der Denkmaltag einer der stilistisch vielseitigsten und an technischen Neuerungen reichsten Epoche der Bau- und Kunstgeschichte. Politisch wie gesellschaftlich war das 19. Jahrhundert von Umbrüchen geprägt: Durch die napoleonischen Kriege und den Rheinbund wurde das Heilige Römische Reich Deutscher Nation handlungsunfähig und erlosch. Napoleons Einfall, die Neuordnung Europas im Wiener Kongress 1815 und die Reichsgründung 1871 brachten weit reichende strukturelle Veränderungen mit sich. Wirtschaftliche Blüte, verbesserte Reisewege und Transportmittel machten das Reisen im 19. Jahrhundert vielen Künstlern und Wissenschaftlern möglich. Ideen und Stile wurden neu miteinander kombiniert und über die Landesgrenzen hinaus ausgetauscht. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit der eigenen Geschichte sowie deren romantische Verklärung führten in Architektur und bildender Kunst zu einer Rückbesinnung auf die Formensprache der Vergangenheit: Von der Kunst der Antike bis zum Barock wurden die unterschiedlichen Elemente miteinander verbunden und quasi neue Stile entwickelt. Die Beschäftigung nicht nur mit der klassischen Antike, sondern insbesondere mit den regionalen archäologischen Hinterlassenschaften war gleichzeitig die Geburtsstunde der modernen Archäologie. Die Industrialisierung und die damit verbundene Landflucht verursachten tiefgreifende Veränderungen in der Baukultur der Städte.

Im Folgenden möchten wir Ihnen eine Auswahl der Veranstaltungen zum Tag des offenen Denkmals entlang der Burgenstraße vorstellen. Mehr

Informationen über den bundesweiten Tag des offenen Denkmals mit vielen Hintergründen und dem vollständigen Programm gibt es unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.

"Das Schloss zu Schwetzingen" von Theodor Verhas

Schwetzingen:

In Schwetzingen gibt es gleich mehrere Aktionen an diesem Tag:
11 Uhr, Karl-Wörn-Haus, Vortrag über den romantischen Maler Theodor Verhas, der vor 200 Jahren in Schwetzingen geboren wurde
11 Uhr, Schloss-Ehrenhof, Führung durch den englischen Landschaftsgarten
14 Uhr, Schloss-Ehrenhof, Führung zum Merkurtempel
13 – 16 Uhr, Rothacker’sches Haus, Führungen und Informationen zum Haus und zu den Eiskellern der ehemals größten Schwetzinger Brauerei
14 – 17 Uhr, Jagdstern/Sternallee, Kurzvorträge im Rahmen des UNESCO-Weltkulturerbeantrags zum Jagdstern, zur Höfischen Jagd und zum Vanitas-Projekt von Bildhauer Günther Braun
16 Uhr, Einweihung der Tafel des historischen Pfads zur Sternallee, umrahmt vom Jagdhornbläserkreis Hubertus aus Heidelberg mit Kurzvorträgen zum Thema Wald, zur Sternallee und zum Vanitas-Projekt

 

Mosbach:

In Mosbach haben einige Denkmäler geöffnet und es werden Führungen angeboten:

16 Uhr, Gutleutanlage, Besichtigung und Führung der Anlage sowie des angrenzenden jüdischen Friedhofs
13 – 18 Uhr, Tempelhaus, Führungen zu jeder vollen Stunde
11 – 18 Uhr, evangelische Stiftskirche und katholische St. Juliana geöffnet, 13 Uhr Führung durch den katholischen Teil, 14 Uhr Führung durch den evangelischen Teil des Gebäudes
13 Uhr, Klostergarten, Führung durch den Klostergarten mit mehr als 200 Heilkräutern
ab 13.30 Uhr, Bismarckturm, Informationen zur Baugeschichte des Turmes und Besichtigung
9 – 12 Uhr, Villa Hübner, die heutige Kanzlei öffnet die Tür für Besucher

In der Altstadt Bad Wimpfens

Bad Wimpfen:

Auch die Stadt Bad Wimpfen beteiligt sich mit verschiedenen Angeboten:
11 – 17 Uhr, Rathaus-Foyer, historische Fotoausstellung “Wimpfen im Wandel der Zeit”
11.30/ 15.30 Uhr, Wormser Hof, “Nachtwächterposse – Eine Reise durch die Wimpfener Geschichte”
14.30 Uhr, Wormser Hof, Aufführung eines Renaissance-Tanzes durch die Gruppe Tanzschuh
20 Uhr, Lindenplatz, Nachtwächterführung durch die Talstadt

Heilbronn:

In diesem Jahr werden in Heilbronn von der unteren Denkmalbehörde und dem Stadtarchiv drei besondere Denkmäler vorgestellt.
1. Köpferbrunnenanlage von 1879
Carl Bartholomäus Bläß, erster Vorstand des Heilbronner Verschönerungsvereins, regte für das Köpfertal bereits 1863 den Bau einer Anlage um den älteren Brunnen an. Der wurde durch die Lithographie der Heilbronner Brüder Wolff um 1835 bekannt und damit zu einem Ausflugsziel im biedermeierlichen Heilbronn. Der Brunnen wurde architektonisch durch eine so genannte Eremitage betont. Die Anlage umfasst neben der neugotischen Quellstube auch einen offenen mehreckigen Pavillon von 1910 sowie die landschaftsgärtnerisch angelegte Parkanlage.
13 Uhr, Führung mit Treffpunkt am Köpferweg am südlichen Ende des Köpferstausees
2. Villa Mertz am Rosenberg von 1811
Der Kaufmann Georg Friedrich Rund begründete 1727 am östlichen Neckarufer am Fuße des Rosenbergs ein Handlungshaus, Heilbronns ältestes gewerbliches Unternehmen. Erben der Runds war die Familie Mertz. Der Kaufmann Christian Mertz (1772 – 1824) ließ sich 1811 hier ein klassizistisches Landhaus am Ufer des alten Neckar erstellen. Das Gebäude repräsentiert den typischen Villenstil des Klassizismus und ist eine der ältesten erhaltenen Wohngebäude der Stadt.
15 Uhr, Führung mit Treffpunkt am Rosenberg 1 in der Nähe des Götzenturms
3. Das Lapidarium im Alten Milchhof, Frankfurter Straße 75, ist eine spannende Sammlung von steinernen Zeitzeugen aus acht Jahrhunderten. Die Besucher erwartet eine Fülle von Grabdenkmälern, Brunnenfiguren, Mark- und Wappensteinen und Hausinschriften. Zum diesjährigen Motto des Tags des offenen Denkmals zeigt das Lapidarium besondere Stücke aus der Zeit des Jugendstils.
11 – 16 Uhr geöffnet, Führungen um 11.30, 13.30 und 15 Uhr

Mittelalter auf der Burgruine Weibertreu in Weinsberg

Weinsberg:

Zu dem “Tag unseres besonderen Kulturdenkmals” lädt die Stadt Weinsberg die Besucher auf die Burgruine Weibertreu und schickt sie damit auf

eine Reise zurück ins Spätmittelalter und die Frührenaissance: Die Interessengemeinschaft “Eisenbeißer und Schwartenhals” wird das Lager- und Alltagsleben der Landsknechte im süddeutschen Raum nachstellen und für die Besucher erlebbar machen.

Rothenburg ob der Tauber:

Auch in Rothenburg ob der Tauber werden an diesem Tag einige Aktionen angeboten:
So zeigt die Evangelische Kirchengemeinde im Dekanatshaus zwischen 14 und 17 Uhr das sonst nicht zugängliche Farbfresko “Der verlorene Sohn”. Das in einem Patrizierhaus gelegene Hotel Eisenhut lädt ein zu historischen Hausführungen. Der Markusturm mit Büttelhaus mit mehreren ehemaligen Gefängniszellen lässt sich an diesem Tag von innen erkunden (Führungen um 11 und 15 Uhr), und auch diverse Museen offerieren an diesem Tag Führungen für interessierte Gäste: Deutsches Weihnachtsmuseum um 11 und 15 Uhr, Reichsstadtmuseum Führung um 11 Uhr, das Puppen- und Spielzeugmuseum bietet stündliche Führungen an.

 


Ansbach:

Beringershof in Ansbach

In Ansbach kann man mit verschiedenen Führungen Einblicke in die Geschichte der Stadt erlangen:
9 Uhr, Joseph-Fruth-Platz, Führung über den Jüdischen Friedhof
10 Uhr, Schlossplatz, “Ansbacher Innenhöfe” – Führung durch historische Innenhöfe der Altstadt
10.30 Uhr, Schlossplatz, Barock-Führung durch die Innenstadt
11 Uhr, Anscavallo, “Ansbach zum Kennenlernen”, Stadtführung
11 Uhr, “Seht mal, Figuren aus Bronze! Damals und heute” – Führung zur Skulpturenmeile für Familien
11.30 Uhr, Schlossplatz, Kinder-Stadtführung
13 Uhr, Schlossplatz, “Mit Stadtsekretär Hettinger durch Ansbach” – Kostümführung
14 – 16 Uhr, St. Gumbertus, Markgrafen-Gruft – Führung alle 15 Minuten
14 – 16 Uhr, St. Gumbertus, Schwanenritterkapelle – Führung alle 15 Minuten
14 – 16 Uhr, Rosenbadstraße, Synagoge und Ritualbäder, Führungen alle 15 Minuten
14 – 16 Uhr, Karlsplatz, Kirchturm von St. Ludwig – Turmbesteigung
14 – 16 Uhr, Uzstraße 30, Herrieder Tor, Turmbesteigung
17 Uhr, Heilig-Kreuz-Kirche, Führung über den Stadtfriedhof
17 Uhr, Hofgarten-Eingang am Schlossplatz, Führung durch den Hofgarten
18 – 19 Uhr, Bischof-Meiser-Straße, Führung durch das Retty-Palais – kostenlose Zeitkarten im Amt für Kultur und Touristik solange der Vorrat reicht

Roth:

Das Museum Schloss Ratibor in Roth hat am Tag des offenen Denkmals von 13 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Führungen zum Thema “Wohnkultur eines Industriebarons – Die historische Ausstattung im Schloss Ratibor” werden um 14 und 15 Uhr angeboten. Im Hause des Kommerzienrats: “Aus dem Photoalbum der Baronin Minna von Stieber” ist das Thema einer Multimediapräsentation.

Forchheim:

Die Stadt Forchheim nutzt den Tag des offenen Denkmals, renovierte und gut sanierte Baudenkmäler den interessierten Besuchern zu zeigen. Aktuelle und interessante Gebäudezustände können an drei Gebäuden, die sich alle in Privatbesitz befinden, in Forchheim besichtigt werden. Alle Häuser sind von 10 – 12 Uhr und 14 -16 Uhr geöffnet, Besucher werden während dieser Zeit von den Besitzern des Gebäudes oder von Mitarbeitern der Stadtverwaltung informiert.
1. Das Objekt in der Hornschuchallee 30 war schon vor zwei Jahren beim Tag des offenen Denkmals zur Besichtigung angemeldet. Damals war das Gebäude notdürftig statisch gesichert, der ursprüngliche Bauzustand war erkennbar. Die umfangreichen restauratorischen Arbeiten haben viel Zeit benötigt, so dass das Vorhaben auch jetzt noch nicht im endgültigen Zustand gezeigt werden kann.
2. Das Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft in der Badstraße 7 wurde in diesem Jahr nicht nur mit neuen Farben an der Fassade versehen, sondern mit hochwertigen Gestaltungen und Umbauten im Gebäudeinneren für die künftige Nutzung saniert. Dacherker beleben die Wohnebene im Dachgeschoss, das mittig vorhandene Treppenhaus wurde den Wohnnutzungen beziehungsweise der vorgesehenen Praxis im Erdgeschoss geschickt zugeordnet.
3. Ein drittes Gebäude in der Kapellenstraße 2 steht auch zur Einsicht zur Verfügung. Auch dieses Gebäude konnte schon in der Rohbauphase angesehen werden. In ihm ist das Fuchsen-Krippla untergebracht. Der Eigentümer kümmert sich nicht nur um den Bestand und Erhalt des Krippenraumes, sondern nutzt die aufwändig renovierten Räume in den oberen Geschossen für ein Fotostudio. Unterschiedliche Räume mit verschiedenen Motiven für abwechselnde Fotogelegenheiten wecken die Neugier für dieses Objekt.

Diebsturm in Ebern

Ebern:

Nach 10 Jahren wird der Diebsturm in Ebern, der sonst nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist, wieder geöffnet und kann von Besuchern von

innen besichtigt werden. Der Zugang erfolgt über ein Gerüst, um die Einstiegsluke in sechs Metern Höhe zu erreichen. Bis zum Jahre 1811 verbüßten schwere Verbrecher im Turm an der südöstlichen Ecke der Stadtmauer ausbruchsicher längere Haftstrafen. Am Sonntag ist der Turm von 10 – 16 Uhr offen, spezielle Führungen zum Thema finden um 10.30 und 14 Uhr statt.

Seßlach:

Anlässlich des Tags des offenen Denkmals findet in Seßlach im Kultursaal um 18 Uhr ein Duo-Abend mit Karlheinz Busch (Violoncello und Moderation) und Hans-Dieter Bauer (Klavier) statt. Motto des Abends ist “Die Französische Revolution und die Wirkung auf die Musik”. Es werden Werke von Ludwig van Beethoven (1770 – 1827), Felix Mendelssohn-Barholdy (1809 – 1847), Robert Schumann (1810 – 1856), Frederic Chopin (1810 – 1849) und Klement Slavicky (1910 – 1999) gespielt.

Bad Colberg-Heldburg:

Die Veste Heldburg in Bad Colberg-Heldburg beteiligt sich schon seit 1996 am Tag des offenen Denkmals – so auch in diesem Jahr:
Die Veste ist von 10 – 18 Uhr geöffnet. Ab 10 Uhr informieren historisch gekleidete Burgführer auf Rundgängen über die Geschichte der Burg. Als Beitrag zum diesjährigen Motto erleben die Besucher eine Plauderei mit Georg II. und der Freifrau von Heldburg im romantischen Ambiente des gotischen Zimmers (Freifrauenkemenate). Um 11 und 13 Uhr finden Baustellenführungen statt, in denen über die Sanierungsarbeiten am Heidenbau und am Französischen Bau informiert wird. In der Pfeilerhalle des Kommandantenbaues ist die Präsentation zur geplanten Einrichtung des Deutschen Burgenmuseums zu sehen. In der Amtsstube erwartet die Besucher eine reich gedeckte Kaffeetafel mit traditionellen Heldburger Kuchenspezialitäten.

"Röhl-Villa" in Kulmbach

Kulmbach:

Auch in Kulmbach war das 19. Jahrhundert geprägt von gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen, von zunehmender Industrialisierung und wirtschaftlichem Aufschwung. Auf dem Programm des Tages des offenen Denkmals stehen in Kulmbach die ehemalige “Röhl-Villa”, der Alte Friedhof, der Bahnhof und verschiedene Gründerzeit-Villen.
13 Uhr, Röhl-Villa, Eröffnung durch Oberbürgermeister Henry Schramm und Landrat Klaus-Peter Söllner
13.30 und 15 Uhr, Röhl-Villa, Präsentation über die Geschichte und die Sanierung der “Röhl-Villa”. Führungen nach Bedarf
14 Uhr, Eingang zum Alten Friedhof neben der Nikolaikirche, Führung über den Alten Friedhof
15 Uhr, Bahnhofsvorplatz, Führung “Der Bahnhof und die Kulmbacher Villen”

Bayreuth:

In Bayreuth werden zum Tag des offenen Denkmals unter anderem kostenlose Führungen und Museumsbesichtigungen angeboten:
11, 14 und 15 Uhr, Treffpunkt am Jean-Paul-Museum, Führungen entlang eines Teilstücks des Jean-Paul-Weges in der Innenstadt
10 und 14 Uhr, Treffpunkt Gaststätte Röhrensee, Führungen durch den Bürgerpark Röhrensee
13.30 und 15 Uhr, Treffpunkt Gaststätte Bürgerreuth, Führungen von der Bürgerreuth zum Siegesturm
10 – 17 Uhr, Kunstmuseum im Alten Rathaus, mit Führung um 11 Uhr durch das historische Gebäude, 12 und 14.30 Uhr Führungen durch die neue Ausstellung “Georg Meistermann”. 13.30 – 16.30 Uhr, Willi-Werkstatt des Museums für junge Besucher, Kinderprogramm “Wir bauen detailgetreu aus Pappe, Papier und Farbe unser Kunstmuseum”
14 – 17 Uhr, Besichtigungsmöglichkeit der neu restaurierte Jean-Paul-Dichterstube in der Rollwenzelei
13 – 16 Uhr, Archäologisches Museum
14 Uhr, Führung durch das Maisel’s Brauerei- und Büttnereimuseum
11, 13 und 15 Uhr, Führungen durch die Firmenräume der Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne

Altes in neuem Glanz

9. Juni 2011

Von Sanierungsmaßnahmen und der Entstehung eines besonderen Burgmuseums

 

Die Burgenstraße lebt von ihren historischen Bauten. Doch im Laufe der Jahrhunderte nagt der Zahn der Zeit an diesen Kulturschätzen. Um deren Erhaltung zu gewährleisten und ihren Besuchern immer wieder faszinierende Erlebnisse zu bescheren, wurden in den letzten Jahren und werden auch in Zukunft keine Mühen und Kosten gescheut…

 

1. Schlossplatz Schwetzingen

Rechtzeitig zur Spargel- und Festspielsaison zeigte sich der Schwetzinger Schlossplatz nach dem Umbau von seiner schönsten Seite. Die Lindenallee, helle  Farben, schöne Materialien, ein neues Lichtdesign, schmalerer Fahrbahnen und breite Fußgängerbereiche schaffen eine Atmosphäre von großzügiger Eleganz und Leichtigkeit und schlagen die Brücke zum benachbarten Schlossgarten.

 

Das schöne Wetter der vergangenen Wochen nutzten bereits zahlreiche Schwetzinger und Gäste aus Nah und Fern zu einem Ausflug nach Schwetzingenn und genossen die tolle Atmosphäre auf dem Platz. Foto: Tobias Schwerd

Das schöne Wetter der vergangenen Wochen nutzten bereits zahlreiche Schwetzinger und Gäste aus Nah und Fern zu einem Ausflug nach Schwetzingen und genossen die tolle Atmosphäre auf dem Platz.

 

Die nächtliche Beleuchtung versetzt den Einen oder Anderen schon mal in romantische Stimmung.

Die nächtliche Beleuchtung versetzt den Einen oder Anderen schon mal in romantische Stimmung.

 

2. Greckenschloss in Bad Friedrichshall

Bei Bauuntersuchungen in den Jahren 2001 bis 2003 zeigte sich, dass das Schloss erhebliche bauliche und konstruktive Schäden aufweist und dringend einer umfangreichen Sanierung bedarf. Ursprünglich sollte in einer ersten Bauphase Dachwerk und Fassade, in einer zweiten Bauphase der Umbau im Innern insbesondere für schulische Zwecke und als dritter Bauabschnitt der Ausbau des großen Gewölbekellers unter dem Nordflügel zum Kleinkunstkeller in Angriff genommen werden.

Wie so oft bei alten Bauwerken kam es anders. Bei Beginn der Arbeiten im Jahr 2004 zeigten sich im Zuge der umfangreichen Sanierung des Dachwerks ganz erhebliche Schäden im Holztragewerk. Hinzu kamen u.a. unerlässliche Steinmetzarbeiten und eine Wandflächensanierung. Dies war notwendig geworden, um wieder eine denkmalverträgliche Nutzung – vor allem des Schulgebäudes – zu ermöglichen.

 

Auch im Inneren musste Einiges getan werden.

Auch im Inneren musste Einiges getan werden.

 

Am Tag des offenen Denkmals kamen zahlreiche Besucher, um sich über Stand der Sanierungsarbeiten zu informieren.

Am Tag des offenen Denkmals kamen zahlreiche Besucher, um sich über Stand der Sanierungsarbeiten zu informieren.

 

Die Markierung in diesem Bild zeigt den Ausschnitt des obigen Fotos.

Die Markierung in diesem Bild zeigt den Ausschnitt des obigen Fotos.

 

Im September 2010  erstrahlt das Schloss nach 6-jähriger Bauzeit wieder in neuem Gewand. Rund 5,5 Millionen Euro hat die Salzstadt in ihr rund 400 Jahre altes Wahrzeichen investiert. Einen Beitrag zum Erhalt des Gebäudes leisteten auch die Bürger der Stadt. Die 2004 gegründete „Bürgerstiftung zur Förderung des kulturellen Lebens und zur Denkmalpflege der Stadt Bad Friedrichshall“ rief eine sog.  Baustein-Aktion ins ins Leben, bei der sich Jeder mit 50 € an der Sanierung beteiligen konnte. So wurde dann auch ein Betrag von 43.850 € von engagierten Bürgern beigesteuert.

 

Das Greckenschloss nach der Sanierung

Das Greckenschloss nach der Sanierung

 

3. Orangerie in Ansbach

Rund 7,5 Millionen Euro wurden in die Sanierung der Orangerie im Hofgarten Ansbach investiert. Seit November letzten Jahres steht einer der schönsten und größten Veranstaltungsräume Frankens wieder zur Verfügung und bietet darüber hinaus den neuesten Stand der Technik. Die neu gestalteten und mit Sonnenschutz und Lüftungsanlage ausgestatteten Gast- und Veranstaltungsräume des Restaurants bieten ebenso wie das umgebaute Foyer eine spannende Balance zwischen historischem Bau und ansprechender Gegenwartsarchitektur. In den Festsälen, die jetzt barrierefrei zugänglich sind, wurden mit dem Erhalt der Farbigkeit und der Beleuchtung durch die Lüster wesentliche gestalterische Elemente beibehalten.

 

Blick vom Hofgarten auf die Orangerie

Blick vom Hofgarten auf die Orangerie

 

4. Mannheimer Schloss

Die Sanierung des Mannheimer Schlosses liegt zwar schon ein paar Jahre zurück, ist aber aufgrund ihrer umfangreichen Veränderungen erwähnenswert.

Begonnen hat alles im Jahr 2000 mit einem Workshop von Studieren in Zusammenarbeit mit der Werbeagentur wob, in dem Überlegungen angestellt wurden, wie man die im Schloss beherbergte Universität (Rundgang) attraktiver machen und somit den Anforderungen an eine moderne Bildungseinrichting gerecht werden kann. Mit dem Ziel, den Mief der 50er Jahre zu vertreiben und die Universität Mannheim zur schönsten Hochschule Deutschlands zu machen, bei der sich das Spitzenniveau der Uni auch in den Innenräumen widerspiegelt, wurde die Idee “Renaissance des Barockschlosses” geboren. Studierende, Mitarbeiter, Professoren und sogar der Bürgermeister griffen zum Pinsel, um zu beweisen, dass es ihnen ernst ist und ihnen die Verschönerung der Hochschule wirklich am Herzen liegt. In den folgenden Jahren übernahmen bekannte Persönlichkeiten und Firmen bei dieser mehrmals preisgekrönten Initiative  sogenannte Patenschaften für die verschiedenen Räume. Aber auch viele Bürger aus Mannheim und der Region machten die “Renaissance des Barockschlosses” zu ihrem Anliegen. Unter der Regie der Werbeagentur wob und des “Mannheimer Morgen” wurde eine Initiative für einen “Bürgerhörsaal” ins Leben gerufen, bei der die Bürger als “Stuhlpaten” 250 Euro spendeten oder kleinere Beträge gaben, damit sie nun einen festen Sitzplatz mit ihrem Namen auf einem Messingschild haben: Ein Stückchen Schloss für Jedermann quasi.

Insgesamt 40 Millionen Euro (davon eine 10-Millionen-Euro-Spende des SAP-Mitgrüdersvom Hasso Plattner) wurde in die Sanierung des Schlosses investiert: Für 18 Millionen Euro war die Universitätsbibliothek im Mittelbau errichtet, für acht Millionen Euro das Schlossmuseum gebaut und die historische Raumfolge rekonstruiert, für fünf Millionen Euro Kunstgut angeschafft und restauriert worden. Hinzu kommen drei Millionen Euro für den Ehrenhof und noch sechs Millionen für die Fassadensanierung.

Ende März 2007 war es dann endlich soweit: Nachdem das Schloss ganze 3 Jahre geschlossen blieb, blühen nun Stadt- und Landesgeschichte wieder auf.

 

Das Mannheimer Schloss vor der Sanierung

Das Mannheimer Schloss vor der Sanierung

 

Äußerlich fällt nach den Arbeiten vor allem die zusätzliche Etage auf.

Äußerlich fällt nach den Arbeiten vor allem die zusätzliche Etage auf.

 

5. Burg Abenberg

Nachdem bereits in den vergangenen Jahren 12,2 Millionen Euro in die Sanierung der Burg investiert wurden, sollen die bereitgestellten Mittel nun für weitere Baumaßnahmen aufgewandt werden. Mitunter steht die Sanierung der Burgmauer auf dem Programm. Und weil sich viele einig sind, dass ein solch historisches Denkmal wie die Burg mit Leben gefüllt werden muss, beschloss man zusätzlich die Anschaffung einer geeigneten Bühne und die Konzeption neuer Ausstellungen bzw. deren Erweiterung sowie die Schaffung von Freiräumen für die Kinder- und Jugendarbeit.

Für den Wiederaufbau der Zinnen wurde 2005 eine Spendenaktion ins Leben gerufen, bei der Vereine, Verbände, Institutionen, Firmen, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Privatleute insgesamt 88 Spenden einreichten. Auch spezielle Aktionen, wie das Zinnenfest trugen so zu den rund 35.000 Euro bei, die bis 2009 beim Förderkreis Burg Abenberg eingingen.

Der Förderkreis existiert seit mittlerweile 25 Jahren und ist von großer Bedeutung für das Bestehen der Burg, denn ohne diesen wäre die Burg heute wahrscheinlich um vieles ärmer und die Sanierungsarbeiten wären nicht ohne zeitliche Verzögerungen und Unterbrechungen möglich gewesen.

 

 

6. Deutsches Burgenmuseum in Bad Colberg-Heldburg

Ein deutsches Burgenmuseum, das die Entwicklung der Burgen, die geschichtlichen Bedingungen, die wichtigsten Gebäude und deren Funtionen sowie das Leben in der Burg erläutert, fehlt bislang völlig. Dieser Aufgabe soll das Deutsche Burgenmuseum, welches auf der Veste Helbburg entsteht, gerecht werden. Dabei wird weiterhin ein Überblick über die Entwicklung des Burgenbaus im deutschen Kulturraum und seines kulturellen und historischen Umfelds gegeben.

Nach Gründung des Trägervereins im Jahr 2005 und einer entsprechendenInfoausstellung in der Veste 2007 begann zwei Jahre später der Innenausbau der Museumsräume. Im Sommer 2013 soll dann die geplante Eröffnung des ersten Deutschen Burgenmuseums gefeiert werden.

 

Auch auf der Veste Helburg sind aufwendige Wiederaufbaumaßnahmen vorgenommen worden. Der Französische Bau wurde wiederhergestellt und die beiden Renaissance-Erker restauriert. Alle Dächer wurden erneuert.

Auch auf der Veste Helburg sind aufwendige Wiederaufbaumaßnahmen vorgenommen worden. Der Französische Bau wurde wiederhergestellt und die beiden Renaissance-Erker restauriert. Alle Dächer wurden erneuert.

 

7. Markgräfliches Opernhaus Bayreuth

Auch das wohl bedeutendste und besterhaltene Beispiel höfischer Opernhausarchitektur und Opernkultur des Barock – das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth – wird grundlegend restauriert. Anfang April hat Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) grünes Licht für die Planung der nötigen Baumaßnahmen gegeben. Die Gesamtkosten werden mit fast 19 Millionen Euro veranschlagt. Ein Großteil der Kosten entfalle mit rund 12 Millionen Euro auf die Restaurierung des Zuschauerraumes und die Wiederherstellung der originalen Bühnenöffnung. Dadurch soll das Opernhaus neben seiner musealen Nutzung auch von Mai bis Oktober denkmalverträglich mit Konzerten bespielbar sein. Denn bisher war eine solche Nutzung in den Sommermonaten aufgrund der empfindlichen Holzverkleidungen mit seinen Malereien nicht verträglich. Begonnen werden soll mit den Bauarbeiten voraussichtlich Anfang des Jahres 2013. Bei planmäßigem Verlauf wird das Opernhaus nach vierjähriger Bauzeit in 2017 wieder eröffnet.

Mal sehen, ob es dann auf der Welterbeliste der Unesco steht. Denn über den am 1. Februar 2011 gestellten Antrag wird voraussichtlich im Juli 2012 entschieden.

 

Prächtige Wand- und Deckengestaltung im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth, Foto: Kongreß- und Tourismuszentrale Bayreuth

Prächtige Wand- und Deckengestaltung im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth