Archiv für das Tag 'Trinken'

Kulinarische Köstlichkeiten und andere Gaumenfreuden (3)

7. Juni 2011

“Eine Kultur, in der Alkohol verboten ist, hat es ebenso schwer, geistreich zu sein wie eine Kultur, in der Alkohol eine zu große Rolle spielt.”

(Zitat: Gregor Brand, geb. 1957, deutscher Schriftsteller, Lyriker und Verleger)

 

Den Abschluss unserer Serie über die Spezialitäten der Burgenstraße bildet ein Beitrag zu ausgewählten alkoholischen Getränken, die mit einer langen Tradition verbunden sind. Gerade zu einen gut schmeckendem Gericht bietet sich eine dieser edlen Tropfen an…

Rauchbier in Bamberg

Kenner schätzen dieses ganz besondere Bier; denn das nach frisch Geräuchertem schmeckende Aroma verleiht dem Bier seinen unverwechselbaren Charakter. Das tief dunkle, herbwürzige und untergärige Märzenbier ist eine der hergestellten Geschmacksrichtungen.

Der Ursprung dieses Bier reicht bis ins Mittelalter zurück und führt unweigelich zum historischen Brauereiausschank Schlenkerla (urkundlich erstmals 1405 erwähnt), eine von heute zwei Brauereien, in der dieses Bier noch hergestellt wird.

Touristen aus aller Welt besuchen die Schenke um dieses einzigartige Bier zu probieren. Sogar Michael Jackson bezeichnete es als einen Klassiker nicht nur unter den Bieren, sondern unter allen alkoholischen Getränken sowie als das weltberühmteste Rauchbier. Dass von der Qualität und dem Geschmack des Schlenkerla Rauchbieres nicht nur der King of Pop überzeugt war, verdeutlichen die vielen Auszeichnungen.

Becherovka aus Kalsbad

Die Geschichte dieses tschechischen Kräuterschnaps beginnt Anfang des 19. Jahrhunderts.  Seit 1807 wird der noch heute nach Orininalrezept hergestellte Likör ausschließlich im Unternehmen Jan Becher produziert.

Aufgrund der Wirkstoffe von über 20 Heilpflanzenarten, die in diesem Magenbitter enthalten sind, wurde er anfänglich in Apotheken verkauft. Denn angeblich soll er zur damaligen Zeit erfolgreich als Prophylaktikum bei Cholera-Epidemien angewandt worden sein. Daher erhielt er den Beinamen “13. Karlsbader Heilquelle”.

Der Kräuterlikör wird entweder pur und eisgekühlt oder als Mischgetränk getrunken. Ein beliebter Long-Drink ist der sog. Beton, bestehend aus Becherovka und Tonic Water. Mittlerweile findet er jedoch auch als Zutat in Cocktails immer mehr Anhänger.

Streitberger Bitter und Fränkische Geister

Aus den Früchten der Region wird eine Vielzahl an diesen „guten Geister“ gewonnen. Der wohl bekannteste unter ihnen ist der Streitberger Bitter, der schon seit Ende des 19. Jh.  hergestellt wird. Seinen kräftig-würzigen Geschmack verdankt er einer ausgewogenen Komposition aus 53 Kräutern, Beeren, Wurzeln und Rinden, dazu weiteren 20 Ingredienzien wie Fruchtsäfte, Fruchtweine und natürlich einigen Geheimnissen.

Auch er wird entweder vor dem Essen als Aperitif oder „klassisch“ nach dem Essen als Degistif getrunken. Aber auch als Longdrink wird er genossen, vorwiegend mit Bitter Lemon gemischt und einer Scheibe Zitrone auf Eis.

Die Kulturhausbrennerei Hans Hertlein in Streitberg stellt neben diesem Kräuterlikör noch eine Vielzahl weiterer Spiritousen von höchster Qualität her. Als Spezialität gilt Hertleins Streitberger Schlehengeist. Dass das Unternehmen zudem experimentierfreudig ist, beweisen ihre “exotischen” Kreationen, bei denen u.a. Steinpilze und Spargel Verwendung finden.

 

Kulinarische Köstlichkeiten und andere Gaumenfreuden (2)

1. Juni 2011

 

“Sauer macht lustig, sagt ein altes Sprichwort. Was Süßes macht aber auch nicht traurig!
(Zitat: Willy Meurer, (*1934), deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist)


Nachdem sich der erste Beitrag dieser Serie den herzhaften Spezialitäten widmete, soll sich dieser um die süßen Genüsse drehen. Lassen Sie sich diese Köstlichkeiten auf der Zunge zergehen und versüßen Sie ein wenig Ihr Leben …

 

Teil 2: Süße Versuchungen

 

Heidelberger Studentenkuss

Wie sollte es auch anders sein, als dass in dieser Stadt, die für Menschen in aller Welt ein Inbegriff der Romantik ist, eine Köstlichkeit mit romantischen Hintergrund kreiert wurde. Die Rede ist vom Heidelberger Studentenkuss – einem Konfekt mit einer Praliné-Nougat-Chocoladen-Füllung auf feinem Waffelboden in edler Zartbitter-Couverture, dass noch heute nach altem Originalrezept von 1863 hergestellt wird.

Rothenburger Schneeballen

Diese fränkische Spezialität wurde schon vor mehreren Jahrhunderten in der ehemaligen Reichsstadt Rothenburg gebacken. Heute gibt es eine Vielzahl an Variationen des Schneeballen. Schauen Sie sich doch einmal an, wie die Schneeballen hergestellt werden und lassen sich dazu anregen, es selbst zu versuchen.

Erdbeervariationen auf Burg Hornberg

Das Burgrestaurant legt Wert auf eine abweckslungsreiche gehobene Küche, bei der vor allem saisonale Speisen serviert werden. Daher wird momentan nicht nur der Spargel ganz groß geschrieben, sondern auch eine fruchtig süße Versuchung – die Erdbeere. So kommt die Frucht beispielsweise im Zusammenspiel mit einem herzhaften Salat als Vorspeise zum tragen oder wird hauseigens zu Erdbeersorbet oder Erdbeer- Rhabarbergrütze verarbeitet.

Weitere appetitanregende und ausgefallene Gerichte finden Sie auf der Speisekarte.

Nürnberger Lebkuchen

Noch ist es nicht soweit – aber die Vorfreude auf  eine andere Spezialität soll an dieser Stelle schon einmal geweckt werden…

Gegen Ende des Sommers haben nämlch die Nürnberger Lebkuchen Saison, die sich dann vor allem in der Advents- und Weihnachtszeit großer Beliebtheit erfreuen.

Die Herstellung von Lebkuchen hat in Nürnberg eine lange Tradition: Seit dem Mittelalter ist Nürnberg weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt für seine köstlichen Lebkuchensorten. Als besondere Spezialität gilt der sogenannte Elisenlebkuchen.

Den einzigartige Geschmack verdankt dieses Gebäck neben Mandeln und Nüssen vor allem exotischen Gewürzen aus allen Teilen der Welt: Anis, Nelken, Ingwer, Kardamom, Nelken, Muskatblüte, Koriander, Piment, Orangeat, Zitronat und Zimt.

Kulinarische Köstlichkeiten und andere Gaumenfreuden (1)

27. Mai 2011

 

“Das Essen ist einer der vier Zwecke des Daseins. Welches die anderen drei sind, darauf bin ich noch nicht gekommen.” (Charles-Louis de Montesquieu, 1689-1755)

Schon der französische Schriftsteller Montesquieu äußerte mit diesem Satz die Bedeutung des Essens. Daher erfahren Sie in unserer 3-teiligen Serie Kulinarische Köstlichkeiten und andere Gaumenfreuden, welche Spezialitäten die Burgenstraße zu bieten hat, damit auch der kulinarische Genuss bei alledem Interessanten, was es auf der Burgenstraße zu erleben gibt, nicht zu kurz kommt. Denn sind Sie nicht auch der Meinung, dass ein gelunger Ausflug optimal mit einem guten Essen abgerundet wird?

 

Teil 1: Herzhaftes

Rittermahle – Essen wie im Mittelalter

Dass die Rittermahle bei dieser Thematik nicht unerwähnt bleiben dürfen, muss wohl nicht weiter ausgeführt werden. Wer z.B. nach einer historischen Ausstellung auch beim Essen im übertragenem Sinne weiter in der damligen Zeit verweilen möchte, dem sind die Rittermahle zu empfehlen. Gerade in den alten Gemäuern von Burgen wird den Gästen ein wahrhaftig authentisches Geschmackserlebnis zu teil.

Auf den Burgen werden Ihnen Gerichte aufgetischt, die damals die Ritter gegessen haben könnten. Bei Bänkelgesang, Armbrustschießen und anderen Unterhaltungseinlagen wird Ihnen die mittelalterliche Atmosphäre hautnbah erlebbar gemacht und Sie haben die Möglichkeit in die Rolle eines Ritters zu schlüpfen.

Sie können meist zwischen verschiedenen Speisen wählen und optional die verschiedenen Unterhaltungseinlagen dazu buchen. Teilweise werden Programme nur ab einer bestimmten Gruppengröße angeboten (Burg Andenberg). Burg Guttenberg arrangiert jedoch öffentliche Rittermahle, bei denen Sie auch als Einzelperson herzlich willkommen sind.

Informieren Sie sich dazu und zu den Gerichten sowie Begleitprogrammen auf den jeweiligen Seiten der Burgen:

Burg Hornberg, Burg Guttenberg, Burg Abenberg

Spargelsaison in Schwetzingen

Augrund des milden Klimas und der besonders geeigneten, weil sandigen Böden bringt Schwetzingen einen weißen Spargel hervor, der als der köstlichste, qualitativ beste aller Spargel gehandelt wird. Eine sehr berühmte Sorte trägt den Namen “Schwetzinger Meisterschuss”.

In Schwetzingen ist der Spargel, vom französischen Hof kommend, wieder entdeckt worden. Von hier aus verbreitete sich das kostbare Gemüse zu den anderen höfischen Küchen und war zunächst nur den Hochwohlgeborenen vorbehalten.

Momentan ist Spargelsaison und somit das Gemüse allgegenwärtig: Auf dem Schlossplatz, der von Spargelständen gesäumt ist, und bei den vielen Spargelhöfen kann diese Köstlichkeit erworben werden. Nicht nur die Restaurant bieten spezielle Spargelkreationen an; auch die Spirituosengeschäfte sowie die Bäckereien und Konditoreien widmen sich dem Spargel.

Nähere Informationen rund um die Spargelsaison in Schwetzingen finden sie hier.

Bamberger Zwiebel

Gefüllte Bamberger Zwiebeln werden als herzhafte Mittagsmalzeit in vielen Brauereigasthöfen des Bamberger Landes angeboten und nicht nur von Einheimischen gerne gegessen. Kein Wunder, verbindet das Gericht doch gleich zwei kulinarische Spezialitäten der Region zu einem besonderen Geschmackserlebnis: die Bamberger birnenförmige Zwiebel, eine nur hier gezogene uralte Kultursorte, die durch den hohen Anteil an Senfölen einen mild-würzigen, leicht süßlichen Geschmack entfaltet, und das würzige Rauch- oder Kellerbier als Soßengrundlage. Dazu reicht man gewöhnlich Stampf (Kartoffelbrei) und Sauerkraut.

Die Bamberger Gemüsegärtner waren schon im Mittelalter für den Anbau von Süßholz und Schwarzwurz berühmt. Spätestens seit dem 17. Jahrhundert wurden auf den fruchtbaren Talböden entlang der Regnitz aber auch große Mengen an Zwiebeln und Knoblauch gezogen, die man als Heil- und Würzpflanzen verwendete.

Wenn Sie diesen Leckerbissen gern selbst einmal Zuhause zubereiten möchten, dann haben wir hier das Rezept (mit herkömmlichen Zutaten) dazu.

Nürnberger Bratwürste

In der Grillsaison gehört für die meisten eine Bratwurst auf den Grill. Die original Nürnberger Rostratwurst ist abgesehen von ihrer ungewöhnliche Größe vor allem wegen ihres herzhaften und majoranbetonten Geschmacks beliebt.

Aber diese Spezialität ist nicht nur etwas für Grillfreunde, denn sie überzeugt durch vielfältige Zubereitungsvarianten. In den klassischen Bratwurstküchen Nürnbergs bekommt sie der Gast mit Sauerkraut oder Kartoffelsalat und Meerrettich auf dem Zinnteller oder im Zinnherz serviert – dazu darf ein rustikales „Graubrot“ nicht fehlen. Wer noch ein weiteres typisch fränkisches Gericht probieren will, verlangt nach „Sauren Zipfeln“ und genießt die Nürnberger Bratwürste eingelegt im Essig-Zwiebel-Sud.

Da das Original beinahe in jedem Supermarkt erhältlich ist, können Sie deren Geschmack auch in ihrer Region genießen. Fehlen Ihnen dazu noch die passenden Rezeptideen? Hier gibt es Anregungen

Zur Würdigung dieser Spezialität wurde sogar der Schutzverband Nürnberger Rostbratwürste e.V. gegrünget. Auf dessen Homepage können Sie einen Bratwurstspaziergang unternehmen.